Was lässt du weg?

Jeder Start ist ein Neubeginn. Ständig beginnt etwas Neues. Altes wird beendet.

Erinnere dich an das letzte Mal, an dem du etwas gestartet hast bzw. etwas starten wolltest. Du hast dir etwas vorgenommen und versucht, es in deinen Alltag zu integrieren.

Wie läuft es normalerweise ab, wenn wir etwas Neues anfangen wollen? Wenn wir etwas starten wollen? Du möchtest zum Beispiel eine gesunde Lebensweise in dein Leben integrieren. Du nimmst dir vor, was du alles tun möchtest und versucht es, in deinen Alltag zu integrieren. Bei vielen Dingen musst du einfach dein Verhalten etwas anpassen.

Für eine gesündere Ernährung isst du einfach andere Dinge. Schließlich hast du vorher auch schon gegessen. Doch meistens ist es auch so, dass vieles Neues hinzukommt. Oft musst du dich beim Start mehr mit den neuen Sachen auseinandersetzen. Das ist etwas, was du vorher nicht tun musstest.

Bei jedem Start integrierst du also etwas Neues in dein Leben. Wenn auch nur für vorübergehende Zeit, bis sie normal und zur Gewohnheit für dich werden. Doch wie oft hast du, wenn du etwas starten wolltest, auch mehr Zeit hinzu bekommen? Hast du für dein letzten neues Projekt täglich eine Stunde mehr bekommen? Hatte dein Tag dann auf einmal 25 anstatt 24 Stunden?

Natürlich nicht. Und doch oft benehmen wir uns, als wäre genau das der Fall. So viele Menschen haben Schwierigkeiten in den ihnen zur Verfügung stehenden 24 Stunden alles zu tun, was sie tun wollen und müssen. Kommt dann noch etwas Neues hinzu, wird die Belastung nur größer. Es müsste doch einleuchtend sein, dass es schwer wird, alles genauso zu machen, wie zuvor und zusätzlich noch etwas Neues machen zu wollen. 


Immer mehr in der gleichen Zeit machen zu wollen, klappt einfach nicht. Entweder musst du Dinge anders machen oder Dinge weglassen.


Wie kannst du Zeit für dich und deine Gesundheit im Alltag finden?

Wenn du mit etwas startest, ist es ein hervorragender Anlass, zu schauen, was du weglassen kannst. Von all den Sachen, die du so machst, was könntest du einfach weglassen? Sicherlich gibt es einiges, was dir keinen so großes Mehrwert bringt.

Es wäre zu einfach zu meinen, wir könnten einfach alles streichen, was uns keinen Spaß macht. So klappt es natürlich nicht. Viele Sache müssen wir einfach machen, ob es uns Spaß macht oder nicht. Schließlich kannst du nicht einfach sagen, ich habe ab jetzt keine Lust mehr zu atmen oder auf die Toilette zu gehen. Genauso musst du irgendwie deinen Lebensunterhalt sichern. Schließlich gibt es einfach einige Sachen, die du zum Überleben brauchst. Idealerweise können wir die Dinge, die uns keine Freude bringen, immer mehr reduzieren.

Wir verbringen jedoch auch sehr viel Zeit, mit Dingen, die wir gar nicht tun müssten. Viel zu oft mit Sachen, die unser Leben nicht wirklich besser machen. Wie viel Zeit verbringst du täglich damit, dich abzulenken? Social Media. Fernsehen. Wie viel Zeit verbringst du mit Dingen, die dir keinen wirklichen Mehrwert im Leben bringen? Auch wenn es auf den ersten Blick so scheint, vieles bringt die weder mehr Glück, Liebe noch Freude in dein Leben.

Zu oft meinen wir, dass wir mehr tun können, als wir es wirklich tun können. Wir meinen, es schon irgendwie alles vereinbaren zu können. Hast du schon jemals zu zwei Terminen zugesagt, obwohl du wusstest, dass sie sich zeitlich überschneiden und du höchstens zu einem kommen kannst? Dann weißt du wovon ich rede. Mach dir selbst und anderen nichts vor: Du kannst nicht alles machen.

Wenn du planst, etwas Neues zu starten, kann folgende Übung sehr hilfreich sein. Sie hilft dir, zu schauen, ob du dir zu viel vornimmst und was du in deinen Alltag integrieren kannst.


Übung

Schritt 1:

Schreibe alle wesentlichen Dinge auf, die du an einem typischen Tag tun möchtest und musst. Angefangen bei schlafen, essen, zur Arbeit fahren, arbeiten, Sport machen usw. Nun schreibst du die durchschnittliche Dauer davor, die du für diese Dinge brauchst. Anschließend addierst du sie. So kannst du relativ schnell erkennen, ob es überhaupt möglich ist, alles in deinen Alltag zu integrieren. Die Liste könnte zum Beispiel so aussehen:


Beispiel 1:

  • 7h Schlafen
  • 10h Arbeiten
  • 2h Weg zur Arbeit und zurück
  • 0,5h Morgenroutine
  • 0,5h Abendroutine
  • 1h Freizeit
  • 3h Puffer


Beispiel 2:

  • 7h Schlafen
  • 8h Arbeiten
  • 1h Mittagspause
  • 1h Weg zur Arbeit und zurück
  • 0,5h Morgenroutine
  • 3,5h Zeit für Kinder
  • 1h Haushalt und Essen machen
  • 2h Puffer


Beispiel 3:

  • 8h Schlafen
  • 8h Arbeiten
  • 1h Mittagspause
  • 1h Weg zur Arbeit und zurück
  • 1h Morgenroutine
  • 1h Abendroutine
  • 1h Zeit mit dem Partner am Abend
  • 1h Essen + Zubereiten
  • 1h Sport
  • 1h Puffer


Plane ruhig 1-3 Stunde Puffer für kleine Tätigkeiten wie Anziehen, Essen, Tisch abwischen und Kaffeetrinken ein. Schließlich machst du nicht alles mega effektiv und gehst sofort von einer Tätigkeit zur nächsten über. Gleichzeitig musst du immer bedenken, dass bei einer Tätigkeit oft noch andere abfallen. Wenn du Sport machst, musst du dich auch umziehen. Eventuell willst du noch duschen.

Ansonsten ist es auch einfach mal gut, nichts zu tun. Einfach mal zu entspannen. Zu sein. Weiter: Gibt es in deinem Alltag genügend Zeit zum Nachzudenken? Analysieren. Reflektieren. Pläne machen. Sollte es.


Schritt 2:

Wenn du etwas starten möchtest, dann überlege gleichzeitig, was du dafür weg lässt bzw. weniger tust. Plane für die nächsten 30 Tage morgens ca. 5-20 Minuten Zeit für eine kurze Morgenroutine ein. Falls du bereits eine hast, ist das super. Du kann die Impulse dieses Kurses sicherlich damit verbinden.


Schritt 3:

Plane täglich zusätzlich ca. 5-20 Minuten für den Input des Tages inklusive einer Übung ein. Wann du die Lektion absolviert, ist nicht so wichtig. Hauptsache du absolvierst sie. Indem du dich auf einen bestimmten Zeitpunkt festlegst, erhöht sich die Wahrscheinlich, dass du es auch wirklich tust.

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